Wie entsteht Handlungskompetenz?


Handlungskompetenzen sind im Kerncurriculum für die Ausbildung der LAA in NRW die zentrale Zielgröße. Die damit verbundenen Handlungssituationen sind zugleich Gestaltungsprinzip für die Seminarausbildung. Ausgehend von Handlungsfeldern „erwerben Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter (LAA) im Vorbereitungsdienst professionelle Handlungskompetenzen und entwickeln diese bis zur Berufsreife.“

Handlungen sind immer mit Wissen verbunden, sind aber mit diesem oft nur implizit und rudimentär verschränkt. Man kann dieses Wissen auch träges Wissen nennen. Bei der Ausbildung einer professionellen Lehrerrolle sollte dieses träge Wissen in ausgewiesenen Handlungssituationen zum expliziten Wissen werden. Dazu gehört, dass Handlungen reflektiert, diskursiv und theoriegeleitet begründet werden können. So werden Handlungsalternativen und neue Optionen sichtbar und es kann Handlungssicherheit in unsteten Unterrichtssituationen gewonnen werden.

Dieser Wissens-Können-Transfer wird durch den Einsatz von Unterrichtsvideos gefördert. Fremde und eigene Handlungen, Handlungsmuster und Lehrstrategien sind der wiederholbaren Beobachtung zugänglich, subjektive Theorien können am Videobeispiel abgerufen und verdeutlicht werden. Dabei stehen geeignete Methoden zur Verfügung, um - unter Einbezug der Videografie - über Diskurs sowie Feedback zur Reflexion und zur Entwicklung von Handlungsaltnativen zu gelangen, z.B. das „nachträgliche laute Denken“ oder die „Szene-Stopp-Technik“.